Gerhart Lampa hatt sich damals (freiwillig?) für eine der widersprüchlichsten Landschaften der DDR entschieden. Hier treffen zwei Welten aufeinander. Weites, offenes, flaches Land, Felder, Wiesen und Wälder, Dörfer, beschauliche Kleinstädte - PROVINZ - und dann plötzlich riesige klaffende Wunden, riesige Löcher, Kohle, Sand und Stahl, daran hat sich bis heute wenig geändert. Der diese Landschaft prögende Widerspruch wird zu einem, wenn nicht zu dem Thema seiner künstlerischen Arbeit. Er malt den Tagebau, ein Tagebaumaler aber, wird er nicht. Es widerstrebt Lampa diesen schmerzlichen Eingriff in die Natur schönzumalen. Genauso widerstrebt es ihm aber auch, die noch verschonte oder mit (hoffentlich) schlechtem Gewissen am Reissbrett widerhergestellte Lausitzer Landschaft zur Idylle zu verklären. Doch sie faszinieren den Künstler, die riesigen Kippenlandschaften - diese urrealen Mondlandschaften in ständiger Bewegung. Die sich ständig verändernden Strukturen, die wechselnde Wirkung von Licht und Schatten - dem kann sich Gerhart Lampa bis heute nicht entziehen.